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19 August 2009

Sau Na!

Wir wissen alle, die Sauna ist eine schwäbische Erfindung. Die Schwaben waren so über die neuen Schwitzräume erfreut, dass sie alle zu rascher Annäherung aufforderten mit einem "Sau na!", das ist schwäbisch für "Laufe geschwind dort hin!". Der Ruf hat sich über die Jahrhunderte erhalten, noch heute nennt man deshalb die Sauna eben Sauna.

Wie schön, dass sich das auch bis nach Rügen herumgesprochen hat - unser Feriendomizil hat auch so eine Sauna, obwohl die Rügener sicher nicht wissen, was Sau na bedeutet. Das ist Glück für uns Kletterwaldgeschädigte, denn obwohl laut Wetterbericht ganz Deutschland unter höchstsommerlichen Temperaturen brät, ist es hier angenehm kühl und wir haben unsere Sauna angeworfen.

Jetzt sauen wir also ein paar mal na, das hilft sicher bei Muskelkater!

18 August 2009

Kletter, Wald!

Ich war heute mit meinen Kindern im Kletterwald. Echt tolle Sache, der gesamte Hochseilgarten ist durch den Wind in ständiger Bewegung. Alles in einem wunderschönen Wald gelegen. Teilweise ist es üble Schlosserei, die Karabiner ständig umzuhängen...

Man strengt sich gewaltig an und einige Elemente erfordern gewaltig Nerven, unter anderem ist ein Sprung in eine Seilbremse in ca. 5m Höhe dabei. Ein Heidenspass, der bei mir dann doch einige Spuren hinterlassen hat: Ich habe blaue Flecken an beiden Armen und offensichtlich habe ich mir die Fingermuskulatur überanstrengt - Schnipsen tut mir gerade weh. Ich will gar nicht wissen, was ich morgen für einen Muskelkater habe. *aua*

[Update] Wir drei Kletterer sind uns einig: *aua*, *aua*, *aua*. Wir haben Muskelkater an den ungewöhnlichsten Stellen. Ich habe einige neue Stellen an meinem Körper entdeckt, an denen Muskeln sitzen, ich bin mir sicher, die waren gestern noch nicht dort.

13 August 2009

Rollstuhlodyssee

Gestern kam ich dann auf die glorreiche Idee, meiner Angetrauten den Schwarzen See zu zeigen, sind ja nur 3km über einen einigermassen festgetretenen Schotter-Radweg. Also haben wir uns mit Tochter auf den Weg gemacht, unser Sohn hatte keinen Bock.

Irgendwie hatte der Rollstuhl aber keinen Bock auf diesen Weg, mehrmals fielen unter Geklirre Metallteile ab, beim vierten Teil hing dann das rechte Rad im Freien und wollte sich nicht mehr drehen, da es am Rahmen rieb. Tja, das Rad ist eben höhenverstellbar, die dort wirkenden Kräfte haben dort zwei Metallplatten gebrochen und die haben sich dann so langsam herausgearbeitet.

Toll, was macht man nun mit einem nicht mehr rollenden Stuhl fast 3km von der nächsten mit Auto befahrbaren Straße entfernt? Wir haben das gelöst, indem ich das rechte Rad die gesamte Strecke angehoben habe und dann den Stuhl auf den restlichen 3 Rädern geschoben habe. Auf dem letzten halben Kilometer kam uns ein extrem freundlicher Wanderer, der uns vorher überholt hatte, mit seinem Auto entgegen - er hatte entdeckt, dass der Schlagbaum am Ende des Weges nicht abschließbar ist und hat sich dann einfach mal selber zu einer Rettungsaktion durchgelassen. Der hat uns dann kurzerhand vor unsere Ferienwohnung gefahren und so nebenher auf seinem iPhone schnell mal ein Sanitätshaus herausgefunden.

Da sind wir dann heute vorbeigefahren und haben uns das Teil erstmal wieder zusammenschrauben lassen - mit den Metallteilen, die ich unterwegs aufgesammelt hatte. Nur 3 von 4. Mittags hat der blöde Stuhl wieder den Geist aufgegeben, die Reparatur war für'n Horst.

Selbst ist der Einradfahrer, also bin ich kurzerhand in den Baumarkt gefahren und hab' mir einen passenden Schraubenschlüssel gekauft und mit diesmal nur 2 von 4 Teilen das Rad wieder fixiert - in der Hoffnung, dass die nun wieder herrschende Symmetrie auch wieder mehr Stabilität verursacht. Wenn das !"§/"$%§!$"§$&-Teil jetzt wieder auseinanderfällt, habe ich wenigstens einen Schlüssel, ums das Malheur zu beheben. Das Werkzeug bleibt jetzt einfach beim Rollstuhl.

Lustige Sachen kann man so im Urlaub erleben...

20 Mai 2008

Urlaub, 7. Tag

Frühstück, dann Motorrad wieder raus aus der Garage. Es ist immer noch noch nicht geputzt - wer hätte es gedacht. Die im Bug klebenden Fliegen vermindern den cW-Wert bestimmt schon beträchtlich. Was soll's. Wozu hab' ich denn die vielen PS?

Zuerst wollten wir zwischen Frankfurt und Mainz durchstechen - aber auf der Karte sieht das vom Weg her kompliziert und von der Landschaft eher langweilig aus. Also gehen wir in Herborn auf die Autobahn und stechen um Frankfurt herum bis nach Aschaffenburg durch. Ab da geht's wieder auf Landstraßen weiter.

Quer durch den Odenwald geht's weiter bis an den Neckar, der überraschend vor uns auftaucht. Nach einer kleinen Kaffepause am Neckarufer verfranzen wir uns noch mal kräftig um Bad Rappenau herum und suchen erst einmal erfolglos Schwaigern - nach einigen Kartenstopps geling uns aber auch das.

Danach wird die Gegend auch schon vertrauter und kurz hinter Löchgau bekommen wir auch wieder den Hohenasperg zu sehen. Wir sind zu Hause.

19 Mai 2008

Urlaub, 6. Tag

Das letzte Stück Nordseeküste bis zur Niederlande sparen wir uns dann doch. Es ist schon Dienstag und wir wollen morgen wieder daheim sein.

Ein Stückchen Autobahn kann nicht schaden, also heizen wir durch bis die ersten Mittelgebirge näher rücken. Im Teutoburger Wald verlassen wir die Bahn und kommen auch prompt an vielen Schildern vorbei, die auf die Varusschlacht hinweisen. Die ganze Zeit frage ich mich, wieso diese Schlacht nach dem Verlierer benannt ist, die meisten Schlachten benennt man nach dem Gewinner (Wikipedia verrät mir später, dass es Arminius alias Hermann der Cherusker war) oder nach dem Ort...

Weiter überzeugen wir uns von der Existenz von Bielefeld (oder wenigstens von der Existenz einer Stadt, die sich Bielefeld nennt) und biegen dann ab ins Rothaargebirge, dort sehen wir aber niemanden mit roten Haaren.

Im weiteren Verlauf schlagen wir uns weiter nach Süden durch und am Ende des Tages landen wir in Bad Fredeburg, nachdem wir bereits an zwei Orten angehalten hatten und erfahren mussten, dass die gesamte Gegend bereits komplett von fröhlichen Holländern besetzt ist.

Hübscherweise sind die Zimmer im Hotel zusätzlich zur Numerierung auch nach Wiesenblumen benannt, wir landen im Windröschen-Zimmer. Für's Motorrad gibt's einen Ehrenplatz in der Privatgarage neben der Enduro des Juniorchefs. Schick.

18 Mai 2008

Urlaub, 5.Tag

Yeah! Es regnet nimmer! Teures Hotel mit Sauna hat auch lecker Frühstück, das nutzen wir auch bis Oberkante Unterkiefer aus. Bloß weiche Eier können die nicht - damit sind sie aber in guter Gesellschaft.

Die meisten Klamotten sind auch durch massive Nachhilfe mit dem hoteleigenen Föhn wieder trocken, der Rest wird durch den Fahrtwind erledigt. Es ist zwar nicht mehr berauschend warm, aber immerhin kommt die Sonne immer wieder durch und der Regen läßt sich nicht mehr blicken.

Wir fahren von Lübeck aus einfach westwärts, ohne genauen Plan. Nur den Großraum Hamburg meiden wir etwas, Heike und Hans-Jacob wollen dort zwar ein paar Tage verbringen, aber erst ab Montag abend. Wir waren zu schnell hier...

Also schlagen wir an der Fähre Glückstadt auf und setzen erst mal mit einem ganzen Rudel anderer Biker über. Witer geht's dann immer an der Nordseeküste entlang nach Cuxhaven und dann nach Süden nach Bremerhaven. Dort wollen wir nach kurzer PP und Kartenstudium mit der Fähre nach Blexen weiter, und weil wir ein klein wenig nach der Fähre suchen mussten, sind wir dann erst mal um 3 Minuten zu sät am Kai und sehen die Fähre nur noch von hinten. Nächste Fähre in einer Stunde.

Nochmal kurz Studium der Karte und deshalb sind wir erst mal bis zum Wesertunnel nach Süden und nur um zu zeigen, dass wir vor der Fähre da sein können, sind wir dann bis zur Anlegestelle nach Blexen gefahren. Naja, wir waren dort, bevor die Fähre in Brehmerhaven erneut ablegt...

Dann sind wir noch weiter entlang der Nordseeküste bis Varel, dann war's aber auch gut für heute

17 Mai 2008

Urlaub, 4. Tag

Weiter im Text. Nach dem Frühstück bei gar nicht mehr so tollem Wetter weiter. Erst auf die Insel Zingst und dann gleich nach Darß (die beiden Inseln sind zusammengewachsen - genau genommen sind beide wohl eine Halbinsel).

Es geht immer am Strand entlang - alle 100m ein Strandzugang mit einem Schild, das anzeigt, dass man ohne Klamotten und ohne Bademeister am Strand sein darf...

Weiter dann über die Fähre in Warnemünde bis Bad Doberan. Dort gibt's lecker Essen im Kinorestaurant. Wir bekommen dort sogar eine Hotelempfehlung - hätten wir besser annehmen sollen, denn ab jetzt wird's häßlich.

Schon vorher haben sich einzelne Tropfen bemerkbar gemacht, ab Bad Doberan gibt's dann nur noch Regen - mal mehr, mal weniger. Verbissen und immer auf ein Ende des Regens hoffend hangeln wir uns weiter bis Lübeck, wo wir nach einer mittleren Odyssee (entweder ists dort sackschlecht ausgeschildert oder ich habe wegen des Regens die Schilder nicht richtig wahrgenommen) im ersten Hotel mit einer Saune schlotternd, bibbernd und triefendnass einchecken.

16 Mai 2008

Urlaub, 3. Tag

Prima Nacht - alles war still - und klasse Frühstück. Einen kleinen Spaziergang habe ich auch gemacht, denn ich mußte erst mal zum Bankautomaten. Das Kartenlesegerät des Hotels hatte gestern die Grätsche gemacht.

Danach ging's los nach Usedom, dummerweise habe ich hinter Anklam zuerst mal den falschen Abzweig erwischt, die Ausschilderung war nicht so wirklich hilfreich. Über eine Zugbrücke (alle 2 Stunden gesperrt) auf die Insel Usedom. In Wolgast war's dann schon wieder Schluß mit Usedom, ohne dass wir das bemerkt haben.

Der Plan war dann weiter nach Stralsund, aber ein Schild hat uns verführt, mit der Fähre in Stahlbrode nach Rügen zu fahren. War eine gute Idee.

In Putbus haben wir dann in einem Straßenrestaurant bei strahlend blauen Himmel gegessen, dann weiter, immer am Rand entlang bis zur Wittower Fähre und dann über die Brücke nach Stralsund.

Ab dort haben wir uns auf die Suche nach einem Hotel gemacht, in Prohn sind wir dann schließlich fündig geworden.

15 Mai 2008

Urlaub, 2. Tag

Frisch ausgeruht nach einer vergleichsweise lauten Nacht (Fenster zur Straße hinaus) und einem reichhaltigen Frühstück (wieso gibt's eigentlich keinen Harzer Roller zum Frühstück im Harz?) mit ausnahmsweise wirklich weichen weichen Eiern geht's wieder auf die Piste, immer der Ostsee entgegen.

Nach ausgiebigem Kartenstudium haben wir von Rügen direkt auf Usedom umdisponiert, auf Usedom waren wir beide noch nicht. Die Farbe des Tages ist gelb: Überall blüht der Raps. Dementsprechend stinkt es auch - so langsam beginnen wir den Gestank zu mögen, verbindet sich doch der rapsige Mief mit dem grandiosen Anblick schier endloser gelber Flächen.

Den ganzen Tag ist am Himmel nicht eine Wolke zu sehen. Trotzdem bleibt die Temperatur im Angehemen Rahmen. Bis zu 24°C. Bikerherz, was willst Du mehr?

Recht spät am Abend haben wir dann in Friedland eine Pension und Gasthaus in einem knallroten Altbau direkt an der Stadtmauer gefunden. Sehr nettes Zimmer - nur das Scart-Kabel vom Sat-Receiver hat wohl der Gast vor uns mitgenommen. Egal, die Wirtin hat dann ein neues aufgetrieben. Vielleicht bei ihrem eigenen ausgesteckt?

14 Mai 2008

Urlaub, 1.Tag

Hooray! Es ist mal wieder so weit. Ich habe Urlaub, es ist schönes Wetter, Motorrad hat neuen Vorderreifen und neue Bremsbeläge, Frau ist gut drauf. Also ein wenig Wechselwäsche in die Koffer und ab auf die Straße. Plan ist: Ostseeinseln ansehen. Also geht's um kurz nach 9:00 auf die Bahn, erst A81, dann ab Würzburg weiter auf die A71.

In der Jackentasche hab' ich meinen eTrex - eingestellt auf einen Trackpoint alle 400 Meter. Schließlich sollen 7 Tage in den Speicher passen.

Nach Kyffhäuser (Umleitung hinauf) gibt's die erste Übernachtung in Hayn im Harz.