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15 Mai 2021

Beitrag gelöscht

 Ich muss zugeben, ich bin irritiert. Blogger hat meinen Beitrag Einradstatistik Februar gelöscht. Er wurde gemeldet und verstößt gegen die Richtlinien.

     Warum wurde dein Blogpost gelöscht?
     Dein Inhalt verstößt gegen unsere Richtlinien zu Malware und Viren.  
Weitere Informationen findest du in unseren Community-Richtlinien, die in  
dieser E-Mail verlinkt sind.

Jo, das ist so weit ok, nur dass ich nicht nachprüfen kann, was in dem Artikel so gefährliches drin stand, weil sie den ja gelöscht haben. Ich bin verwirrt. Wissentlich habe ich keine Malware gepostet - auch keinen Link drauf. Wieso auch? Ich hab' einen Blog über Einradfahren und dies und das. Vielleicht hat eines meiner Bilder eine Signatur, die einem Virus entspicht.

Ich kann's ja nicht mehr prüfen, der Eintra ist auch im Blogger-Interface einfach weg. Naja, dann werde ich meinen Blog in Zukunft wieder selbst hosten. Ich glaub' es hackt.

29 Juni 2019

Das war's dann

Mein Arbeitgeber hat letztes Jahr die zunehmend katastrophale Umwelt- und Verkehrssituation in Stuttgart zum Anlass genommen, allen Mitarbeitern ein übertragbares VVS Firmenticket anzubieten, wenn die im Gegenzug zusichern möglichst nur noch mit Öffis zu Pendeln und auf einen Parkplatz auf dem Firmengelände zu verzichten.

Ich habe nicht lange überlegt und seit Anfang des Jahres bin ich im Besitz einer PolyGo Karte der VVS für meinen Arbeitsweg - am Wochenende für das gesamte Netz und mitnehmen darf ich da dann auch noch jemanden. Übertragbar.

Kurz darauf habe ich angefangen zu rechnen: Meine 3000km im Jahr auf dem Motorrad bestanden zu über 90% aus Pendeln. Seit Sonja nicht mehr mitfahren kann, habe ich kaum eine Urlaubsfahrt gemacht, einmal war ich mit der Hornet in Markneukirchen.

Immer dann, wenn ich Tagestouren machen wollte bin ich dann doch Einrad gefahren. Irgendwie zum Rumstehen wollte ich dann kein Motorrad haben. Hab' ich schon bei Freunden gesehen, ist nicht lustig.

Also habe ich meine Hornet verkauft und zum ersten mal in über 25 Jahren habe ich kein Motorrad mehr. Das ist der Beginn meiner Midlife-Crisis - oder vielleicht der Endlife-Crisis, schließlich fange ich nicht plötzlich mit irgendwelchem Zeug an, sondern ich höre damit auf...

Das war's dann. Kein Motorrad mehr. Schnüff

Und erst jetzt nehme ich wahr, wie sehr ich alle Berichte über Motorradunfälle ignoriert und verdrängt habe. Brrrrr.




01 Juli 2018

á propos: offener Brief der Mission Lifeline an Innenminister Seehofer

Zur Beachtung:
Offener Brief von Lifeline an den Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Horst Seehofer, Betreff: Wir retten Leben, wen retten Sie?

Lesen. Ganz. Danke.

Ich mach' mal eine Tüte Popcorn

Unwort des Tages: wirkungsgleich

Wieso lassen wir uns eigentlich von einer ultrarechten Splitterpartei erpressen? Seit der Wahl lähmen die uns mit Nebensachen - irgendwann dieses Jahr könnten wir auch mal wieder eine Regierung brauchen.

16 Juni 2018

Coldbrew

Einfach mal kalter Kaffee? Komische Idee. Beim Lesen von Cory Doctorow's Homeland war immer wieder von Coldbrew Coffee die Rede - das muss ich doch auch mal versuchen. Die Idee hinter Coldbrew ist, dass man den frisch gemahlenen Kaffee mit kaltem Wasser aufgießt und dann lange ziehen lässt. Der Theorie zufolge sollen dann die Inhaltsstoffe des Kaffees in einem anderen Mischungsverhältnis ins Wasser übergehen - eine ganze Reihe von Bitterstoffen sollen dann gar nicht im Wasser gelöst werden.

In der Praxis ist das nicht wirklich komplizierter, als sich das auf dem Papier anhört: Kaffee in die Mühle (mehr als bei gebrühtem Kaffee), nicht allzu fein mahlen, dann in die Kanne und Wasser drauf. Ein paar mal umrühren, so einmal in der Stunde.

Nach etwa 8 Stunden kann man dann filtern, den Coldbrew kann man dann kalt mit Eiswürfeln trinken oder für verschiedene Mixgetränke verwenden. Ich find's tatsächlich lecker.

So, und jetzt ein paar Empfehlungen:

  • Little Brother und Homeland von Cory Doctorow. Lesen. EBook ist für umsonst, es gibt auch Übersetzungen ins Deutsche. In Romanform ein tiefer Einblick wie Hacking und digitale Bürgerrechte. Der Mann weiß, wovon er schreibt, schaut einfach mal seinen Eintrag in der Wikipedia an.
  • Kaffeewerk Zollernalb. Guter Kaffee. Lange bei niedriger Temperatur geröstet. Eine unterstützenswertes Projekt, bei dem Behinderte mit Nichtbehinderten zusammenarbeiten. Ist auf jeden Fall besser als Bürsten und Lappen "von den Blinden" an der Haustür zu kaufen.

08 Juni 2018

Telefonterror

Von Bran - Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link
Manchmal ist es einfach zum Kotzen. Ich hab' ja extra meine Telefonnummer nicht im Telefonbuch eintragen lassen - wer mich anrufen soll, bekommt die Nummer von mir... Und mit dieser Taktik bin ich ja in den letzten 25 Jahren richtig gut gefahren.

Irgendwie ist meine Nummer aber seit Jahresanfang im Umlauf, so etwa im Januar hat es damit angefangen, dass ich jeden Tag Anrufe aus England bekommen habe, oft wollten die Anrufer auch nur englisch mit mir reden. Und mir dann unbedingt Finanzdienstleistungen oder Anlagen andrehen. Was sehr auffällt und auch mich und die Anrufer verwirrt hat, ist, dass die meisten der Meinung waren, ich hieße Hellmut Werner/Wagner oder so, und da ich mich schlicht mit Muth melde, denken die dann alle, sie hätten das Hell nicht gehört.

Vielleicht hat besagter Hellmut Werner keinen Bock auf nervende Telefonate und erfindet deshalb einfach eine, wenn er sich bei beknackten Gewinnspielen anmeldet. An und für sich eine gute Taktik, wäre aber schön, wenn man dabei nicht zufällig meine Nummer angibt. Für alle die sich überlegen, das auch so zu machen: es gibt Telefon-Paul.

Nach kurzer Zeit hab' ich dann in meiner Fritzbox Blacklisten und zwei Anrufbeantworter eingerichtet, Stufe 1 noch freundlich mit einer Gelegenheit nach dem Piep darzulegen, wieso man versehentlich auf der Blacklist steht. Stufe 2 legt dann immer noch freundlich und mehrsprachig dar, dass man durch fortgesetztes Ignorieren von Stufe 1 jetzt bis Stufe 2 vorgearbeitet hat - und sich jetzt schlicht verpissen soll...

Nach wie vor finden sich jeden Monat 2-3 Kandidaten für Stufe 1. Inzwischen hauptsächlich aus England, Irland, Schweiz und - ganz komisch - aus dem Großraum München. Da sind die Telefonnummern laut Bundesnetzagentur allerdings gefälscht.

Heute gab's dann einen neuen Dreh: Jemand ohne Rufnummer und angeblich vom Support von fxbreeze.com erklärte mir, dass ich meinen Account noch nicht abgeschlossen habe - interessant, denn von fxbreeze habe ich noch nie was gehört. Passwortmanager geguckt. Der wusste auch nix von denen. Browser auf. Nix im Cache, keine Vervollständigung auf der Adresszeile. Hmmm.

Ein Finanzdienstleister mit Cryptocurrency. Klasse. Genau was mich brennend interessiert. Darauf hab' ich den Typen gefragt, was genau er denn an Daten über mich hat. Ich hätte ihn wahrscheinlich auch nach meinem Namen fragen können. Jedenfalls hat er direkt aufgelegt. Hups? Darf man das nicht fragen?

Also hab' ich die Website zerlegt, nachdem er mich ja dort schon mal hingelotst hat. Das ist eine Firma aus Estland. Oh, wie schön! EU - die haben doch seit dem 25.5. so eine schöne DSGVO, in Estland vielleicht auch unter GDPR bekannt.

Also hab' ich die Supportadresse mal angemailt und den Fall geschildert. Und welche Daten sie denn so haben, die zu meiner Telefonnummer passen. Und was sie mit diesen Daten denn so machen. Und dann hab' ich sie auch gleich gebeten, die Daten zu entfernen und dafür zu sorgen, dass nie wieder jemand in ihrem Namen hier anruft. Bin mal gespannt.

Derweil werd' ich wohl in meiner Fritzbox einen weiteren Anrufbeantworter einrichten. Für alle, die ohne CLI anrufen. Ich habe eine Flatrate, ich rufe dann halt zurück. Die letzten, die mich ohne Nummer angerufen haben, sind meine Eltern, da ist das auch schon seit Jahren eingeschaltet.

09 Januar 2015

Liebes Ludwigsburger Wochenblatt

Ich heute so:
Liebes Ludwigsburger Wochenblatt,

Was genau verstehen eigentlich Eure Austräger an dem Aufkleber auf
meinem Briefkasten nicht? Dort steht in einem leicht erkennbaren Font
mit 60pt Größe:

Keine Werbung/Keine Gratiszeitungen

Trotzdem kann ich seit ca. 2 Monaten Eure Zeitung direkt vom Briefkasten
in den Papiermüll tragen. Das können wir doch mir und der Umwelt
ersparen, indem man den Austrägern mal wieder sagt, dass sie solche
Hinweise auf Briefkästen beachten sollen.

Vielen Dank für Eure Mitwirkung

Monty

22 November 2013

Liebes Tagebuch

Ist schon verblüffend, wie schnell so ein Jahr rumgehen kann. Und obwohl eigentlich nichts passiert ist, ist wahnsinnig viel passiert.
  1. Meine Kurve
    Bei meinem Gewicht hat sich nichts, aber auch gar nichts getan. Ich eiere in einem engen Korridor um die 88kg rum, das macht einen BMI von 26. Immer wenn ich etwas mehr habe, trete ich auch die Bremse, wenn ich drunter bin, gönne ich mir auch mal was. Ohne tägliches Wiegen ist das nicht zu machen. Ein Android-Programm namens Libra Weight Manager hilft mir dabei. Von meiner Freßsucht scheine ich mich geheilt zu haben, Hunger wird von mir jetzt auch eher als freundlicher Hinweis aufgenommen mal was zu essen, nicht als Zwang.
  2. Bei Stahl Fatal bin ich ausgestiegen. Ich hab' das jetzt 10 Jahre lang gemacht, irgendwann muss auch gut sein. Wenn Not am Mann ist, helfe ich gerne noch mal aus - als Vollmitglied kann ich mich nicht mehr sehen. Bei drei echt tollen Auftritten war ich dieses Jahr dabei - bei einem war Max Mutzke unsere "Vorgruppe".
  3. Blick vom Hauersee
    Ich war eine ganze Woche auf der Hauerseehütte. Keine Probleme. Naja, Blasen an den Füßen.
  4. Ich war auf dem Bass Camp 2013. Eine rundum tolle Erfahrung. Der Andrang auf das Camp 2014 ist so groß, dass ich wohl keinen Platz mehr finden werde und eigentlich will ich das auch gar nicht. Ich habe genug damit zu tun, das Camp 2013 zu verarbeiten.
  5. Als eine Folge aus Punkt 4 habe ich eine Band gesucht - als Bassist kann ich im Zimmerlein nichts mehr lernen. Gestern hatte ich meine zweite Probe mit The Cube und ich finde, es sieht gut aus. Auf jeden Fall ist mein Übungspensum sprunghaft von 10 Minuten auf 1,5 Stunden am Tag gestiegen. Die Zeit mit Stahl Fatal hat mir sehr geholfen - während dem Spielen gelingt es mir, alle Stimmen gleichzeitig zu hören. Das hilft sehr. Allerdings sind Cues wesentlich weniger deutlich als in einer Percussiongruppe, ich verpasse immer wieder mal einen Tonartwechsel. Auszählen will ich nicht, das macht einen blöden Gesichtsausdruck und die Flexibilität leidet dabei ungemein.
  6. Ich habe im letzten Jahr mein Eindrad fast komplett am Nagel hängen lassen.
  7. Auf dem Dreirad bin ich dafür etwa 2500km gefahren - fast alles, um Ingress zu spielen. Dazu kommen sicher noch ein paar hundert gelaufene Kilometer. Ingress ist ein echt cooles Spiel, aber so langsam hab' ich wohl genug davon.
Und wie jedes Jahr habe ich mir jetzt vorgenommen, hier wieder mehr zu bloggen. Mal guggn.

30 November 2012

Halbjahresbilanz


30.5.30.11.
Gewicht116,2kg89,3kg
BMI34,69826,665
Bauch125cm90cm
WHtR0,6830,492
Manchmal geht so ein halbes Jahr recht schnell rum. Ich habe am 30.5.2012 angefangen, mein Gewicht aufzuzeichnen und meinen Body Hack 3 Tage später mit einer Fastenwoche angefangen. 183 Tage diszipliniert essen. Kleine Portionen und feste Zeiten.

Es ist mir nicht immer leicht gefallen - im Gegenteil. Rauchen abgewöhnen war ein Scheiß dagegen. Etwas einfach aufhören ist vergleichsweise einfach. Über 40 Jahre Fehlverhalten korrigieren ist kein kleines Ding und trotz meiner Erfolge bin ich mir noch nicht sicher, ob ich schon über den Berg bin.

Andererseits kann ich wirklich stolz sein, mein Gewicht ist um über 25kg runter, wie hoch mein Bauchumfang am Anfang war, weiß ich gar nicht (für den Wert in dem Kasten oben rechts habe ich das ganz naiv mit einem Dreisatz über die Differenzen geschätzt). Seit dem 27.7. ist er um 16cm weniger geworden. Meine Hosen in Größe 56 kann ich wegwerfen - die in Größe 52 kann ich nur mit Gürtel tragen. Meine XL-TShirts gehen wieder bis unter den Bauchnabel.

Tatsächlich fühle ich mich kaum verändert - ich erschrecke nur, wenn ich mich in einem Spiegel sehe, ich bin meinen eigenen Anblick nicht mehr so recht gewohnt. Erst wenn ich mich bewege, werden die Unterschiede deutlicher. Vier Stockwerke Treppen bringen mich fast nicht mehr außer Atem und Einrad Bergauf ist auch nicht mehr so schwer. Der 1,5km von der S-Bahn zum Job bringt mich weder in Atemnot noch ins Schwitzen.

Ich habe das Gefühl, ich brauche jetzt mehr Schlaf - das kann aber auch daran liegen dass ich eine ziehmlich heftige Erkältung hatte. Dafür scheinen meine nächtlichen Schwitzattacken weg zu sein - das kann natürlich auch am Wetter liegen. Mein ständiges Sodbrennen ist weg und wird nicht vermisst.

Wahrscheinlich kommt jetzt der schwerste Teil, jetzt muss ich mein Gewicht halten. Das Ziel kann man erst mal so definieren: von jetzt an möchte ich den kleinen Rest 2012 und das gesamte 2013 mein Gewicht zwischen 85kg und 90kg halten.

Um den Jojo-Effekt habe ich mir Gedanken gemacht. Wahrscheinlich gibt es keinen Weg, dem Jojo zu entgehen. Also muss ich es nutzen: wenn ich die Ausschläge des Jojos möglichst klein halte und rechtzeitig reagiere, dann sieht es so aus, als wäre mein Gewicht konstant. Ich habe mir absichtlich einen Korridor von 5kg gelassen, in dem ich mich bewegen will. Mal sehen.

23 November 2012

Mission Accomplished

HihihiIch weiß, das klingt total nach Angabe. Stimmt ja auch, ich bin ein Angeber. Heute früh zeigt meine Waage 88,7kg an. Ich wollte es nicht glauben, also habe ich insgesamt drei mal gewogen. Jedes mal das Gleiche. 88,7kg. Es ist bestimmt wieder nur so ein komischer Hupfer in meinem Wasserhaushalt, gestern waren es ja noch 90,0kg.

So ganz sicher kann ich ja nur sein, wenn es jetzt mindestens eine Woche stabil unter 90kg sind, aber ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster:
Ich habe mein Ziel erreicht
Ich hab's. Über 26kg einfach mal weg. Ich sehe nicht mehr aus wie eine Preßwurst kurz vor dem Platzen. Ich habe meine Heißhungerattacken überwunden und mein Essverhalten komplett umgestellt.

Heute trinke ich eine Extratasse heißes Inger-Zitronenwasser auf mein Wohl und freue mich. Ich. Bin. Ein. Verdammter. Scheiß. Supermann!

18 November 2012

Outsourcing

von Volker Urban
(Converted wikicommons picture)
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[CC-BY-SA-2.5
(http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)],
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Einmal im Jahr darf man als Zwangsarbeiter für das Finanzamt fungieren. Ohne irgendeine Software ist das insgesamt nicht zu schaffen - und ich habe Mathematik studiert. Trotz all der guten Vorsätze im letzten November, nächstes Jahr meine Steuer frühzeitig zu erledigen habe ich auch dieses Jahr erst mal die obligatorische Strafandrohung abgewartet - ohne die bekomme ich meinen Hintern nicht hoch.

Ich hab' ja keine Ahnung, wie andere das schaffen, ich werfe der Buhl Data Service jährlich 13€ in den Rachen, das ist ein geringer Preis für die PITA-Reduktion, die diese Software bringt. Dafür boote ich sogar mal ein Windows - vielen Dank auch an VirtualBox (und an Oracle, die dieses tolle Produkt mal nicht versenkt haben).

Der weitaus schlimmste Teil der Prozedur ist eigentlich, dass man gezwungen ist, sich durch gefühlte 2kg Papier durchzuwühlen und den Scheiß zu sortieren. Dieses Jahr neu entdeckt habe ich meine Lebensversicherung, die ich tatsächlich absetzen darf - das habe ich die letzten 12 Jahre irgendwie übersehen. Egal - wenn's denn unserem Staat geholfen hat, die immensen Schulden zu bewältigen! An mir soll's nicht liegen.

Gut, dass ich das alles machen darf, noch schlimmer wär's, wenn einmal im Jahr ein Finanzbeamter ins Haus schneit und meine Papiere durchackert, um meine Steuererklärung zu machen.

14 November 2012

Ode an das Feuchtbiotop, das ich heute auf meinem Handtuchschrank fand

Geboren aus steinaltem Apfelsaft,
Wasser und Speichelresten
schaust du mich an mit einem
wolligen Grinsen

Du Flauschinsel schwimmend
im Schorleozean

Entstanden aus der Sorglosigkeit
erhalten durch Trödelei und
gewachsen aus Faulheit

Mögest du alsbald dein
oktoberfestglasiges Domizil
tauschen mit der Asperger
Kanalisation

Bevor du laufen lernst!

01 November 2012

Allerheiligen

Manchmal bin ich gar nicht so traurig über die religiöse Tradition in Deutschland. Speziell dann, wenn dafür ein Feiertag rausspringt. Ich weiß zwar gar nicht, was diese unsere Staatskirche an dem staatlich verordneten Feiertag genau feiert, aber das weiß die Kirche wohl auch nicht so recht. An Allerheiligen werden eben mal so alle Heiligen gefeiert, auch die, die keiner kennt. So ein richtiges Rundumfest halt, damit man auch die feiert, die sonst nicht gefeiert werden.

Ist doch auch völlig wurscht, das Fest liegt gerade genau so günstig, dass alle kräftig Halloween feiern können, so richtig schön bis spät in die Nacht. Dürfen ja schön alle ausschlafen. Auch bei Halloween weiß keiner, was man eigentlich feiert, ist auch völlig egal, hauptsache man darf Klingelputzen, Süßigkeiten abgreifen, sich gruselig verkleiden und dann mal so richtig besaufen. Manche brauchen halt auch einen Anlass, um sich wegzuschießen.

Viel lieber würde ich aber den Reformationstag feiern, da weiß man wenigstens, was man hat. Da feiern die Protestanten einen Mann, der sich gegen seine Kirche gestellt hat, da er der Meinung war, dass sie ihr Buch falsch auslegen. Dieser Luther hatte ganz schön Nerven und verdient die volle Anerkennung eines Atheisten. Auch wenn er meiner Meinung nach auf dem falschen Dampfer war, war er wenigstens nicht ganz so falsch wie der restliche Klerus.

21 Oktober 2012

TV: Mach mich ... schlank!

Michael Mosley: Mach mich ... schlank!
Mach mich ... schlank!
Schon wieder was zum Thema Abnehmen. Gestern kam in der Themenreihe All you can eat auf zdf_neo die Sendung Michael Mosley: Mach mich ... schlank!. Viel von dem, was ich mühsam selbst erarbeitet habe findet sich hier locker aufbereitet. Einige Dinge hat er anders verstanden als ich. Auch dieser Beitrag macht den Fehler, das Gefundene zu verallgemeinern. Was für den einen Körper funktioniert, ist für den anderen vielleicht schlecht. Zieht selbst eure Schlüsse.

Mit ausreichend Skepsis und Fachwissen betrachtet ist das ein lohnenswerter Film. Speziell das Thema Sport muss ich da wohl nochmal genau ansehen, da habe ich dann doch wohl noch einige Lücken.

15 Oktober 2012

Ich asymptotiere!

Eigentlich wollte ich ja so schnell nicht wieder zu meinem Körper posten. Aber jetzt ist es wohl so weit: obwohl ich nichts, aber rein gar nichts geändert habe, nähert sich mein Gewicht asymptotisch an 95kg an. Da möchte man gerne aufgeben. Ich fresse jetzt wieder, was das Zeug hält. Genau!

Mooooooooment. Mache ich wirklich alles so wie vorher? Was macht der Hacker in so einer Situation? Genau! Reality Check.
  1. Grundumsatz: 1863,75kcal/d. Hoppla! Das sind 700kcal/d weniger als noch vor 3 Monaten. Wie kommt's? In der Mifflin-St.Jeor-Formel geht das Gewicht als lineares Glied mit ein - vor 3 Monaten hatte ich aber 20kg mehr.
  2. Mahlzeiten: Immer noch zwei am Tag. Naja... Bei der Zubereitung nasche ich gelegentlich aus dem Kühlschrank. Hmmmm. Das ist ja wohl jetzt nach meinem Plan ein deutliches Fehlverhalten
  3. Mahlzeitengröße: Unverändert. Äh? Sicher? Nein. Ich fange wieder mal an, mich zu belügen. Tsk, tsk, tsk. Wenn man sich schon selbst nicht mehr glauben darf. Ich fange schon wieder an, Restmengen zu verputzen. Ich nehme zweite Portionen. Ich hasse meine schwäbische Erziehung manchmal.
  4. Bewegung: Viel. Wirklich? Nicht lügen! Nein. Gelegentlich walken, zu oft ist Scheißwetter eine willkommene Ausrede. 20kg weniger haben zwei Effekte: Einmal tun meine Knie nicht mehr weh, zum anderen erhöht sich auch in voller Bewegung meine Atmung nur unwesentlich. Also muss ich in Zukunft den Herzschlag prüfen und die Intensität erhöhen. Z.B. einen Ballastrucksack tragen.
Alles in allem komme ich bei dem Reality Check gar nicht gut weg. Heute Abend war mir das Wetter wurscht, ich habe mein Einrad geschnappt und bin etwas über eine Stunde rumgefahren wie ein Irrer.

12 Oktober 2012

Gewichtsprobleme

Wie kommt's eigentlich, dass ich so fett geworden bin? Ein BMI von über 34 kann man ja auch als Bodybuilder bekommen, aber so viel Selbstbetrug habe ich nicht hinbekommen. Ich war fett und bin immer noch recht moppelig.

Ich hatte schon immer Gewichtsprobleme - als Kind aber eher andersrum: ich war so dünn, dass im Park die Enten mich füttern wollten. Meine Eltern erzählen mir heute noch Geschichten, dass ich teilweise tagelang so gut wie nichts gegessen habe und sie um mein Leben fürchten mussten. Sicher eine massive Übertreibung, aber im Kern wohl richtig.

Wo ist jetzt das Problem? Das ist ganz einfach. Im Gegensatz zu meiner Schwester habe ich immer nur gehört: "Bub, du bist so dünn, iss doch was". Jedes mal, wenn ich etwas gegessen habe, wurde ich dafür gelobt. Wenn ich viel gegessen habe, wurde ich viel gelobt. So lernt man vor allem eins: viel und regelmäßig essen.

Ich habe unglaubliche Portionen vernichtet, regelmäßig. Zu Schulzeiten und in meinem Studium war das auch einigermaßen in Ordnung - ich habe mehrere Stunden in der Woche trainiert und junge Männer können Unmengen von Kalorien verbraten, wenn sie nur dumm rumsitzen.

Dummerweise bleibt das nicht so - irgendwann durfte auch ich mit Arbeit anfangen und damit fing mein zweites Problem schleichend an: Übergewicht. Wenig hilfreich in diesem Zusammenhang war auch, dass ich mit Rauchen aufgehört habe - und meine Sucht auf das Essen verlagert habe. Man kann Rauchen auch aufhören, ohne zuzunehmen - ist mir aber nicht gelungen.

Mir selbst gegenüber einzugestehen, dass ich Probleme mit meinem Körper und meinem Gewicht habe, war der erste Schritt zum Body Hacking. Ich habe auch schön früher abgenommen, da habe ich aber eben nur abgenommen. Diesmal - so hoffe ich - mache ich das richtig.

08 Oktober 2012

Gottlos

Tja. Nach sehr vielen Jahren des Suchens habe ich mich entschlossen, dass ich Atheist bin. Ich habe da wohl eine ganz typische Entwicklung durchgemacht. Als Protestant aufgewachsen und erzogen habe ich im Alter von 14 Jahren einen völlig normalen Anfall von Religiosität erfahren - schließlich stand die Konfirmation an und lockte mit Geschenken. Dafür war mir das Jahr Konfirmationsunterricht durchaus recht - und die Konfirmandenfreizeit ist für einen pubertierenden Jugendlichen durchaus auch verlockend.

Ich werde jetzt nicht in den Fehler vieler Atheisten verfallen und das alles als Zeitverschwendung abschreiben. Im Gegenteil: Eine solide Grundausbildung in der regional bevorzugten Religion trägt sehr viel zum allgemeinen Verständnis der Gesellschaft bei, auch wenn ich auf das Auswendiglernen von Kirchenliedern gut hätte verzichten können.

Später hat es mich noch einmal recht stark zu Buddhismus und zur Reinkarnation hingezogen, speziell die geschlossene Philosophie hat mir recht gut gefallen. Tatsächlich hat mich ein alter Kirchentheoretiker (Wilhelm von Ockham) davon überzeugt, dass man das alles dann auch weglassen kann.

Was bleibt übrig: Die Überzeugung, dass das soziale Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen vielleicht nicht unbedingt mir direkt, aber der Gemeinschaft insgesamt nützt und eventuell dann doch auf mich zurückfällt. Ich kann nett zu anderen sein, ohne dass mir jemand mit dem ewigen Verderben drohen oder mit dem Paradies locken muss. Wir haben dieses eine Leben und aus dem sollten wir das beste machen, sollte es am Ende anders sein, schadet es nichts.

Viele Religionskritiker führen an, dass die Religion in der Vergangenheit schlimmes angerichtet hat. Kriege, Unterdrückung, Folter und jede andere wie auch immer geartete Widerwärtigkeit, die man seinen Mitmenschen antun kann. Ich vertrete die gewagte These, dass die Religionen dafür nichts können. Hätte vor 2000 Jahren die Menschheit in einem luziden Moment jede Religion abgeschafft, hätten wir mit großer Sicherheit genau das selbe erlebt. Dann eben unter einem anderen Vorwand. Denn nicht Religionen begehen Gräßliches, sondern Menschen. Und denen ist jeder noch so fadenscheinige Vorwand zu Rechtfertigung recht.

07 Oktober 2012

Die Hacker-Diät

Was ich in den letzten paar Tagen gepostet habe ist kein allgemeingültiges Rezept zum Abnehmen oder zum gesunden Leben. Das hat einmal funktioniert und zwar mit meinem Körper. Wenn Du das gleiche machst, passiert vielleicht etwas völlig anderes. YMMV. Vielleicht bekommst Du bunte Punkte oder wirst sehr, sehr dick. Oder krank.

Ich bin kein Arzt, kein Ernährungswissenschaftler, kein Sportler und kein personal Trainer. Ich bin Hacker und hacke meinen eigenen Körper. Wenn Du das auch machen willst, musst Du selbst herausfinden, was Du anders machen kannst. Vielleicht solltest Du damit anfangen, herauszufinden, ob Du überhaupt etwas ändern musst.

Mit Deinem eigenen Körper herumexperimentieren ist schließlich nicht das gleiche wie Dein iPhone oder Deine Xbox zu rooten oder Linux auf einem toten Dachs zu installieren.

Andererseits ist es eine gute Gelegenheit, über Deinen Körper, Ernährung, Sport und Dich selbst mehr Dinge zu lernen als Du jemals wissen wolltest. Die Hacker-Diät ist zuallererst mal ein Lernprozess. Du musst ein Experte für Deinen Körper werden. Niemand sonst kann das tun, sonst steckt niemand in Deinem Körper (wenn doch, solltest Du Dich in psychatrische Behandlung begeben).

Wenn ich meinen Blog so lese, glaube ich selbst fast, dass ich das alles herausgefunden habe, bevor ich angefangen habe mit Abnehmen. Das ist natürlich nicht so. Das meiste habe ich währenddessen gelernt. Wäre natürlich cool gewesen, wenn das genau so gelaufen wäre, wie ich das darstelle, deshalb schreibe ich das ja auch so.

Und jetzt: happy hacking.

06 Oktober 2012

Body Hacking V: Neues vom Spocht

An und für sich ist die Formel recht einfach: Wenn man mehr Kalorien zuführt als man verbraucht nimmt man zu, im umgekehrten Verhältnis nimmt man ab. In den vergangenen Posts habe ich viel darüber geschrieben, wie ich die aufgenommenen Kalorien reduziere.

Damit mein Körper nicht auf die saublöde Idee kommt, Muskelmasse statt Fett abzubauen, muss ich einen gewissen Anreiz bieten. Ausdauersport hat sich da aufgedrängt, meine Zeiten als Ballsportler sind rum und Krafttraining macht mir gar keinen Spaß. Außerdem will ich keine Muskeln aufbauen.

Jogging ist mir als erstes eingefallen, aber für richtiges Jogging sollte man so laufen, dass man sich theoretisch noch unterhalten könnte. Tatsächlich war das bei keinem Tempo bei mir möglich. Außerdem sind meine Knie durch jahrelanges Volleyball und Beachvolleyball abgenutzt, da ist Jogging mit meinem Gewicht suboptimal. Vielleicht wenn ich noch weniger wiege.

Einrad. Ja, stimmt, da war doch noch was! Hab' ich jahrelang gemacht, ist aber jetzt so ein bisschen einseitig auf den Unterkörper beschränkt. Mache ich gern so zwischenrein, aber ich will auch hier effizienter werden.

File:Marko Kantaneva, the creator of nordic walking.jpgBleibt noch Nordic Walking. Sieht bescheuert aus, reicht aber um mich zum Schwitzen zu bringen. Auf magische Weise sind meine Runden recht genau eine Stunde lang und tragen mich um den Hohenasperg herum. Teilweise auch drüber.

Walken macht jetzt auch nicht wirklich Spaß, aber mit schöner Aussicht und Musik auf den Ohren kann man sich das einigermaßen versüßen.

Ausrüstungsintensiv ist es auch nicht: Walking-Sticks gibt es immer wieder mal bei den verschiedenen Discountern und wenn es sein muss, kann man ja immer noch im Sportfachgeschäft kaufen. Anständige Schuhe sind nicht schlecht, aber anfangs tun es auch irgendwelche alten Jogging-Schluffen.

Für Nordic Walking gibt es Lauftreffs und professionelle Anleitung aber ich nehme - na klar - Wikipedia & Youtube. Dort steht zwar, dass man viel falsch machen kann, aber was soll's? Ich finde mit den Stöcken laufe ich automatisch etwas schneller, dynamischer und überhaupt wird es mir richtig warm dabei. Dabei tut mir nichts weh und Luft bekomme ich auch genug. Wehe es filmt mich jemand.

05 Oktober 2012

Body Hacking IV: Zwischenbilanz

Ich mach' das ja jetzt schon über drei Monate - erste Erfahrungen konnte ich schon sammeln. Was habe ich bei meinem Angriff dazugelernt?

Ich habe Hunger. Ich habe oft Hunger. Hunger ist kein Problem, so lange es nicht mit Zittern und Schweißausbrüchen verbunden ist. Ich glaube, Abnehmen ohne Hunger ist eher nicht zu machen. Ich kann mich irren. Hunger ist Fett, das den Körper verläßt. Nachdem ich viel trinken soll, pumpe ich einen halben Liter Wasser in mich rein, wenn ich Hunger habe. Das hilft oft.

Wasser alleine ist ausgesprochen langweilig, aufgesprudelt ist es ein wenig schwer zu handhaben in solchen Mengen. Ich habe bei REWE reinen Zitronensaft in der Literflasche gefunden - das macht Wasser deutlich interessanter. Andererseits funktioniert es auch ganz gut mit Kaffeebohnen drin - wenn man die vorher gemahlen hat.

Getränke ist überhaupt ein Thema - ich vermeide wie auch immer gesüßte Getränke wie die Pest, auch Säfte. Das sind Kalorien, die kein Mensch braucht und der Insulinspiegel ist hier wieder ein Thema.

Auch Lightprodukte und -getränke kommen mir nicht auf den Tisch. Süßstoffe können nur schlecht sein: erst dem Körper Zucker vorgaukeln und dann keine Kalorien liefern. Das ist Verarsche in Reinform. Das andere Zeug hilft vermutlich vor allem den Herstellern.

Meine Masse ist um 20kg runter. Das ist zwar toll, aber auch mein Bauchumfang ist deutlich niedriger - meine Hosen passen alle nicht mehr. Neue will ich aber auch nicht kaufen, ich will ja noch mehr abnehmen. Ich musste einen Gürtel kaufen. An einigen Hosen sieht das behämmert aus, dafür bekomme ich ältere Hosen wieder zu, aber auch die schlottern um meine Hüfte. Also Achtung: Abnehmen erzeugt Folgekosten. Andererseits hängen alle meine XL T-Shirts wieder bis über die Gürtellinie runter, so dass man den gerafften Hosenbund nicht so sehr sieht.

Den Trip zum Hauersee hab' ich inzwischen auch wieder gemacht - vor ein paar Wochen. Ich bin ohne wirkliche Probleme hochgekommen und hab' auch den restlichen Aufstieg zum Luibiskogel geschafft. Das war letztes Jahr unmöglich.

Mein Reflux ist weg, seit ich unter 100kg habe - ich nehme kein Omeprazol mehr und meine Speiseröhre ist trotzdem komplett abgeheilt. Ich bin froh, dass ich das Zeug los bin - das kann auf Dauer nicht gut sein, einen Protonenpumpeninhibitor einzunehmen, das greift schließlich auch in die Verdauung ein.

A propos Verdauung - die ist ausgesprochen empfindlich und übellaunig geworden. War vielleicht auch zu erwarten, wenn man seine Ernährung von einem Tag auf den anderen umstellt.