19 Oktober 2012

Aua, aua


Einrad 19.10.2012 auf einer größeren Karte anzeigen
Hatte ich das schon erwähnt? Ich übertreibe gerne mal. So richtig. Heute bin ich mit Frau zu den Schwiegereltern gefahren und habe meine Einradtour von dort aus gestartet. In Pflugfelden ist alles so schön eben, da kann viel fahren ohne allzu große Steigungen, ich will mir nicht noch mal solchen Muskelkater fahren.

Meine Runde führt heute über die Felder südlich des Römerhügels bis nach Stuttgart Stammheim, direkt gegenüber dem berühmt-berüchtigten Gefängnis. Insgesamt 12km. In etwa 75 Minuten.

Gleich bei meinem ersten Start bemerke ich dann, was ich am Montag angerichtet habe: Der Sattel ist locker und dreht sich, so ist Fahren unmöglich. Eine kurze Untersuchung zeigt eine kleine Katastrophe: nicht die Sattelstange dreht sich, sondern der aufgepresste Sattel. Zurück bei den Schwiegereltern darf ich kurz den gut ausgerüsteten Bastelkeller benutzen und bohre ein Loch quer durch die Sattelstange und fixiere den Sattel mit einer Schraube. Nur eine Stunde später starte ich dann zum nächsten Versuch.

Klappt auch prima bis zu der Stelle, die ich mit dem roten Kreuz markiert habe - in Sichtweite des Stammheimer Gefängnis trete ich mit dem rechten Fuß voll neben das Pedal und im nächsten Moment rolle ich über den Boden. Mit Blessuren an der rechten Hand, Ellenbogen, Hüfte und Knie steige ich wieder auf, nur um festzustellen, dass der Sattel alles andere als stabil ist. Meine Konstruktion taugt wohl nur als Notbehelf, um ein paar Grad wabbelt der Sattel jetzt hin und her. Das wird wohl jetzt teuer, ein Kris Holm Tourensattel kostet ein paar Schluffen.

Für die Schmerzen und das Gewackel werde ich aber mit einem Wetter zum Heldenzeugen belohnt, der herumfliegende Sand aus der Sahara färbt den Himmel so langsam rot.

PITA


Einrad 15.10.2012 auf einer größeren Karte anzeigen
Gleich bei meiner ersten Einradtour seit einer Ewigkeit muss ich natürlich übertreiben. Über 10km in etwas mehr als einer Stunde über Stock und Stein - das hat mir 3 Tage Muskelkater eingebracht. Von dem PITA wollen wir gar nicht reden. So weich kann kein Sattel sein, wie ich das bräuchte.

Andererseits bin ich stolz wie Bolle, dass ich diese Strecke geschafft habe. Eigentlich wollte ich ja nur mal kurz um den Monrepos rumfahren, aber als ich dann am Jupiter angekommen war hat es mich dann doch interessiert, ob ich den Planetenweg zur Sonne hoch wohl so schaffe. An der Sonne angekommen war es ja immer noch hell. Bisher war ich noch kein einziges mal abgestiegen, also weiter.

S-Bahn Haltestelle Favoritepark, Cafe Mohrenköpfle, über die B27 rüber, Eglosheim, zurück nach Asperg. Dort ist ein neuer Kreisverkehr entstanden und die neue Ostumfahrung. Ich fahre ja für mein Leben gern auf noch nicht eröffneten Straßen rum und neugierig bin ich auch. Also bin ich auch noch ins Osterholz hochgefahren und dann noch am Kleinaspergle durch die Felder wieder heim.

Gegen Ende war's dann schon grenzwertig und die "Stolperer" haben sich gehäuft, aber toll war es dann schon. Das mache ich auf jeden Fall wieder

15 Oktober 2012

Ich asymptotiere!

Eigentlich wollte ich ja so schnell nicht wieder zu meinem Körper posten. Aber jetzt ist es wohl so weit: obwohl ich nichts, aber rein gar nichts geändert habe, nähert sich mein Gewicht asymptotisch an 95kg an. Da möchte man gerne aufgeben. Ich fresse jetzt wieder, was das Zeug hält. Genau!

Mooooooooment. Mache ich wirklich alles so wie vorher? Was macht der Hacker in so einer Situation? Genau! Reality Check.
  1. Grundumsatz: 1863,75kcal/d. Hoppla! Das sind 700kcal/d weniger als noch vor 3 Monaten. Wie kommt's? In der Mifflin-St.Jeor-Formel geht das Gewicht als lineares Glied mit ein - vor 3 Monaten hatte ich aber 20kg mehr.
  2. Mahlzeiten: Immer noch zwei am Tag. Naja... Bei der Zubereitung nasche ich gelegentlich aus dem Kühlschrank. Hmmmm. Das ist ja wohl jetzt nach meinem Plan ein deutliches Fehlverhalten
  3. Mahlzeitengröße: Unverändert. Äh? Sicher? Nein. Ich fange wieder mal an, mich zu belügen. Tsk, tsk, tsk. Wenn man sich schon selbst nicht mehr glauben darf. Ich fange schon wieder an, Restmengen zu verputzen. Ich nehme zweite Portionen. Ich hasse meine schwäbische Erziehung manchmal.
  4. Bewegung: Viel. Wirklich? Nicht lügen! Nein. Gelegentlich walken, zu oft ist Scheißwetter eine willkommene Ausrede. 20kg weniger haben zwei Effekte: Einmal tun meine Knie nicht mehr weh, zum anderen erhöht sich auch in voller Bewegung meine Atmung nur unwesentlich. Also muss ich in Zukunft den Herzschlag prüfen und die Intensität erhöhen. Z.B. einen Ballastrucksack tragen.
Alles in allem komme ich bei dem Reality Check gar nicht gut weg. Heute Abend war mir das Wetter wurscht, ich habe mein Einrad geschnappt und bin etwas über eine Stunde rumgefahren wie ein Irrer.

13 Oktober 2012

Mein Soundtrack

Wenn ich spontan ein Album benennen soll, die ich in meinem bisherigen Leben immer und immer wieder gehört habe, fallen mir viele ein - aber nur eines zuallererst. Mein Freund Stefan, der mir bereits Peter Gabriel und Genesis näher gebracht hat, hat mir dieses Album so um 1983 herum vorgestellt.

Eingespielt wurde I Advance Masked 1982 von den englischen Gitrarristen Andy Summers und Robert Fripp als erstes von zwei Gemeinschaftsalben. In den frühen 80ern, vor der allgemeinen Verfügbarkeit von CDs und digitalen Kopien habe ich das gemacht, was man damals so gemacht hat: ich habe mir eine Kopie auf Musikkassette gemacht.

Nicht lange darauf habe ich mir meinen ersten Walkman gekauft - und ich hatte von da an das Teil so häufig drauf, dass ein Jahr später in der Abizeitung unter meinem Bild Walkman stand. Und ich hatte ständig I Advance Masked auf den Hörern.

1984 hatte ich die Kassette drin, als es mir nach mehreren Versuchen nicht gelungen war, mich an der Universität Stuttgart zu immatrikulieren. Auf dem Bild auf meinem Studentenausweis war der Kopfhörer zu sehen.

1986 habe ich mir einen Plattenspieler gekauft und - I Advance Masked als LP. Ich hatte die Platte wirklich oft drauf beim Mathematik lernen und Lesen. Wenn ich mal daheim war.

Ich habe meiner damaligen Freundin Sonja eine Mixkassette gemacht, auf der Girl on a Swing und Hardy Country mit drauf war. Als mir ihr 1990 zusammengezogen bin, war diese Mixcassette immer noch da. Als ich sie dann 1994 geheiratet habe, war diese Mixcassette zwar total abgeschrabbelt, aber immer noch da.

Andy Summers und Robert Fripp sind mit uns 1996 umgezogen und als unser Sohn Michael 2001 die Nadel meines Plattenspielers abgerissen hat, um seiner kleinen Schwester zu zeigen, wie das funktioniert, war I Advance Masked eine der ersten Alben, die ich auf CD nachgekauft habe. Die Vinyl-Version steht immer noch oben auf dem Dachboden.

Letzt Woche habe ich beim Walken mehr zufällig wieder dieses Album aus der Sammlung auf meinem Smartphone ausgesucht, wo es selbstverständlich drauf war. Ich hoffe es hat niemand gesehen, wie ich geheult habe.

PS: Leider konnte ich außer der Preview auf amazon.de keine Hörbeispiele für Euch finden. Schade.

12 Oktober 2012

Gewichtsprobleme

Wie kommt's eigentlich, dass ich so fett geworden bin? Ein BMI von über 34 kann man ja auch als Bodybuilder bekommen, aber so viel Selbstbetrug habe ich nicht hinbekommen. Ich war fett und bin immer noch recht moppelig.

Ich hatte schon immer Gewichtsprobleme - als Kind aber eher andersrum: ich war so dünn, dass im Park die Enten mich füttern wollten. Meine Eltern erzählen mir heute noch Geschichten, dass ich teilweise tagelang so gut wie nichts gegessen habe und sie um mein Leben fürchten mussten. Sicher eine massive Übertreibung, aber im Kern wohl richtig.

Wo ist jetzt das Problem? Das ist ganz einfach. Im Gegensatz zu meiner Schwester habe ich immer nur gehört: "Bub, du bist so dünn, iss doch was". Jedes mal, wenn ich etwas gegessen habe, wurde ich dafür gelobt. Wenn ich viel gegessen habe, wurde ich viel gelobt. So lernt man vor allem eins: viel und regelmäßig essen.

Ich habe unglaubliche Portionen vernichtet, regelmäßig. Zu Schulzeiten und in meinem Studium war das auch einigermaßen in Ordnung - ich habe mehrere Stunden in der Woche trainiert und junge Männer können Unmengen von Kalorien verbraten, wenn sie nur dumm rumsitzen.

Dummerweise bleibt das nicht so - irgendwann durfte auch ich mit Arbeit anfangen und damit fing mein zweites Problem schleichend an: Übergewicht. Wenig hilfreich in diesem Zusammenhang war auch, dass ich mit Rauchen aufgehört habe - und meine Sucht auf das Essen verlagert habe. Man kann Rauchen auch aufhören, ohne zuzunehmen - ist mir aber nicht gelungen.

Mir selbst gegenüber einzugestehen, dass ich Probleme mit meinem Körper und meinem Gewicht habe, war der erste Schritt zum Body Hacking. Ich habe auch schön früher abgenommen, da habe ich aber eben nur abgenommen. Diesmal - so hoffe ich - mache ich das richtig.

08 Oktober 2012

Gottlos

Tja. Nach sehr vielen Jahren des Suchens habe ich mich entschlossen, dass ich Atheist bin. Ich habe da wohl eine ganz typische Entwicklung durchgemacht. Als Protestant aufgewachsen und erzogen habe ich im Alter von 14 Jahren einen völlig normalen Anfall von Religiosität erfahren - schließlich stand die Konfirmation an und lockte mit Geschenken. Dafür war mir das Jahr Konfirmationsunterricht durchaus recht - und die Konfirmandenfreizeit ist für einen pubertierenden Jugendlichen durchaus auch verlockend.

Ich werde jetzt nicht in den Fehler vieler Atheisten verfallen und das alles als Zeitverschwendung abschreiben. Im Gegenteil: Eine solide Grundausbildung in der regional bevorzugten Religion trägt sehr viel zum allgemeinen Verständnis der Gesellschaft bei, auch wenn ich auf das Auswendiglernen von Kirchenliedern gut hätte verzichten können.

Später hat es mich noch einmal recht stark zu Buddhismus und zur Reinkarnation hingezogen, speziell die geschlossene Philosophie hat mir recht gut gefallen. Tatsächlich hat mich ein alter Kirchentheoretiker (Wilhelm von Ockham) davon überzeugt, dass man das alles dann auch weglassen kann.

Was bleibt übrig: Die Überzeugung, dass das soziale Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen vielleicht nicht unbedingt mir direkt, aber der Gemeinschaft insgesamt nützt und eventuell dann doch auf mich zurückfällt. Ich kann nett zu anderen sein, ohne dass mir jemand mit dem ewigen Verderben drohen oder mit dem Paradies locken muss. Wir haben dieses eine Leben und aus dem sollten wir das beste machen, sollte es am Ende anders sein, schadet es nichts.

Viele Religionskritiker führen an, dass die Religion in der Vergangenheit schlimmes angerichtet hat. Kriege, Unterdrückung, Folter und jede andere wie auch immer geartete Widerwärtigkeit, die man seinen Mitmenschen antun kann. Ich vertrete die gewagte These, dass die Religionen dafür nichts können. Hätte vor 2000 Jahren die Menschheit in einem luziden Moment jede Religion abgeschafft, hätten wir mit großer Sicherheit genau das selbe erlebt. Dann eben unter einem anderen Vorwand. Denn nicht Religionen begehen Gräßliches, sondern Menschen. Und denen ist jeder noch so fadenscheinige Vorwand zu Rechtfertigung recht.

07 Oktober 2012

Die Hacker-Diät

Was ich in den letzten paar Tagen gepostet habe ist kein allgemeingültiges Rezept zum Abnehmen oder zum gesunden Leben. Das hat einmal funktioniert und zwar mit meinem Körper. Wenn Du das gleiche machst, passiert vielleicht etwas völlig anderes. YMMV. Vielleicht bekommst Du bunte Punkte oder wirst sehr, sehr dick. Oder krank.

Ich bin kein Arzt, kein Ernährungswissenschaftler, kein Sportler und kein personal Trainer. Ich bin Hacker und hacke meinen eigenen Körper. Wenn Du das auch machen willst, musst Du selbst herausfinden, was Du anders machen kannst. Vielleicht solltest Du damit anfangen, herauszufinden, ob Du überhaupt etwas ändern musst.

Mit Deinem eigenen Körper herumexperimentieren ist schließlich nicht das gleiche wie Dein iPhone oder Deine Xbox zu rooten oder Linux auf einem toten Dachs zu installieren.

Andererseits ist es eine gute Gelegenheit, über Deinen Körper, Ernährung, Sport und Dich selbst mehr Dinge zu lernen als Du jemals wissen wolltest. Die Hacker-Diät ist zuallererst mal ein Lernprozess. Du musst ein Experte für Deinen Körper werden. Niemand sonst kann das tun, sonst steckt niemand in Deinem Körper (wenn doch, solltest Du Dich in psychatrische Behandlung begeben).

Wenn ich meinen Blog so lese, glaube ich selbst fast, dass ich das alles herausgefunden habe, bevor ich angefangen habe mit Abnehmen. Das ist natürlich nicht so. Das meiste habe ich währenddessen gelernt. Wäre natürlich cool gewesen, wenn das genau so gelaufen wäre, wie ich das darstelle, deshalb schreibe ich das ja auch so.

Und jetzt: happy hacking.

06 Oktober 2012

Body Hacking V: Neues vom Spocht

An und für sich ist die Formel recht einfach: Wenn man mehr Kalorien zuführt als man verbraucht nimmt man zu, im umgekehrten Verhältnis nimmt man ab. In den vergangenen Posts habe ich viel darüber geschrieben, wie ich die aufgenommenen Kalorien reduziere.

Damit mein Körper nicht auf die saublöde Idee kommt, Muskelmasse statt Fett abzubauen, muss ich einen gewissen Anreiz bieten. Ausdauersport hat sich da aufgedrängt, meine Zeiten als Ballsportler sind rum und Krafttraining macht mir gar keinen Spaß. Außerdem will ich keine Muskeln aufbauen.

Jogging ist mir als erstes eingefallen, aber für richtiges Jogging sollte man so laufen, dass man sich theoretisch noch unterhalten könnte. Tatsächlich war das bei keinem Tempo bei mir möglich. Außerdem sind meine Knie durch jahrelanges Volleyball und Beachvolleyball abgenutzt, da ist Jogging mit meinem Gewicht suboptimal. Vielleicht wenn ich noch weniger wiege.

Einrad. Ja, stimmt, da war doch noch was! Hab' ich jahrelang gemacht, ist aber jetzt so ein bisschen einseitig auf den Unterkörper beschränkt. Mache ich gern so zwischenrein, aber ich will auch hier effizienter werden.

File:Marko Kantaneva, the creator of nordic walking.jpgBleibt noch Nordic Walking. Sieht bescheuert aus, reicht aber um mich zum Schwitzen zu bringen. Auf magische Weise sind meine Runden recht genau eine Stunde lang und tragen mich um den Hohenasperg herum. Teilweise auch drüber.

Walken macht jetzt auch nicht wirklich Spaß, aber mit schöner Aussicht und Musik auf den Ohren kann man sich das einigermaßen versüßen.

Ausrüstungsintensiv ist es auch nicht: Walking-Sticks gibt es immer wieder mal bei den verschiedenen Discountern und wenn es sein muss, kann man ja immer noch im Sportfachgeschäft kaufen. Anständige Schuhe sind nicht schlecht, aber anfangs tun es auch irgendwelche alten Jogging-Schluffen.

Für Nordic Walking gibt es Lauftreffs und professionelle Anleitung aber ich nehme - na klar - Wikipedia & Youtube. Dort steht zwar, dass man viel falsch machen kann, aber was soll's? Ich finde mit den Stöcken laufe ich automatisch etwas schneller, dynamischer und überhaupt wird es mir richtig warm dabei. Dabei tut mir nichts weh und Luft bekomme ich auch genug. Wehe es filmt mich jemand.

05 Oktober 2012

Body Hacking IV: Zwischenbilanz

Ich mach' das ja jetzt schon über drei Monate - erste Erfahrungen konnte ich schon sammeln. Was habe ich bei meinem Angriff dazugelernt?

Ich habe Hunger. Ich habe oft Hunger. Hunger ist kein Problem, so lange es nicht mit Zittern und Schweißausbrüchen verbunden ist. Ich glaube, Abnehmen ohne Hunger ist eher nicht zu machen. Ich kann mich irren. Hunger ist Fett, das den Körper verläßt. Nachdem ich viel trinken soll, pumpe ich einen halben Liter Wasser in mich rein, wenn ich Hunger habe. Das hilft oft.

Wasser alleine ist ausgesprochen langweilig, aufgesprudelt ist es ein wenig schwer zu handhaben in solchen Mengen. Ich habe bei REWE reinen Zitronensaft in der Literflasche gefunden - das macht Wasser deutlich interessanter. Andererseits funktioniert es auch ganz gut mit Kaffeebohnen drin - wenn man die vorher gemahlen hat.

Getränke ist überhaupt ein Thema - ich vermeide wie auch immer gesüßte Getränke wie die Pest, auch Säfte. Das sind Kalorien, die kein Mensch braucht und der Insulinspiegel ist hier wieder ein Thema.

Auch Lightprodukte und -getränke kommen mir nicht auf den Tisch. Süßstoffe können nur schlecht sein: erst dem Körper Zucker vorgaukeln und dann keine Kalorien liefern. Das ist Verarsche in Reinform. Das andere Zeug hilft vermutlich vor allem den Herstellern.

Meine Masse ist um 20kg runter. Das ist zwar toll, aber auch mein Bauchumfang ist deutlich niedriger - meine Hosen passen alle nicht mehr. Neue will ich aber auch nicht kaufen, ich will ja noch mehr abnehmen. Ich musste einen Gürtel kaufen. An einigen Hosen sieht das behämmert aus, dafür bekomme ich ältere Hosen wieder zu, aber auch die schlottern um meine Hüfte. Also Achtung: Abnehmen erzeugt Folgekosten. Andererseits hängen alle meine XL T-Shirts wieder bis über die Gürtellinie runter, so dass man den gerafften Hosenbund nicht so sehr sieht.

Den Trip zum Hauersee hab' ich inzwischen auch wieder gemacht - vor ein paar Wochen. Ich bin ohne wirkliche Probleme hochgekommen und hab' auch den restlichen Aufstieg zum Luibiskogel geschafft. Das war letztes Jahr unmöglich.

Mein Reflux ist weg, seit ich unter 100kg habe - ich nehme kein Omeprazol mehr und meine Speiseröhre ist trotzdem komplett abgeheilt. Ich bin froh, dass ich das Zeug los bin - das kann auf Dauer nicht gut sein, einen Protonenpumpeninhibitor einzunehmen, das greift schließlich auch in die Verdauung ein.

A propos Verdauung - die ist ausgesprochen empfindlich und übellaunig geworden. War vielleicht auch zu erwarten, wenn man seine Ernährung von einem Tag auf den anderen umstellt.


04 Oktober 2012

Body Hacking: Moooment!

Mooooment. Was will ich eigentlich erreichen? Ich sagte es ja schon: ich will Gewicht verlieren. Am liebsten wär' mir ein Körper wie Matthew McConaughey mit meinem Intellekt und der Erfolg von Steve Jobs dazu. So richtig realistisch ist das aber nicht, außerdem weiß ich eigentlich gar nicht, wie man den McConaughey ausspricht und Steve hat auch nicht so richtig was von seinem Erfolg.

Einfach so vor sich hin hacken ist nicht, es wird Zeit mal realistische und konkrete Ziele zu definieren.

Grob gesagt möchte ich die unästhetische Fettwampe los haben und mich einfach besser fühlen. Das sind doch mal Ziele. Was genau heißt das dann wohl für meine beobachtbaren Parameter?

Mein BMI sollte auf jeden Fall mal unter 30 liegen, besser so gegen 25. Bei meiner Größe läge eine Masse von 90kg sehr schön in diesem Bereich und es ist eine runde Zahl. Legen wir das also mal als Ziel fest. Macht 26kg - das ist schon mal eine Hausnummer. Mit 26kg weniger bin ich immer noch über meinem Normalgewicht. Auwei. Als nackte Zahl klingt das brutal.

Als Zeitrahmen hab' ich mir mal den Rest des Jahres gesetzt, 7 Monate. Auch weil's so schön Rund ist. Zu schnell soll es nicht gehen - ich habe Angst, dass schnell abnehmen zu schnell wieder zunehmen führt.

Aus dem Jojo-Effekt lerne ich, dass es für mich keine Diät gibt - nur eine Ernährungsumstellung kommt in Frage. Wenn ich in alte Gewohnheiten zurückkehre, werde ich auch zu altem Gewicht zurückkehren. Ich leide unter Esssucht und die muss ich überwinden.

Nach Erreichen der 90kg ist also sofort das nächste Ziel zu sehen: Gewicht halten.

03 Oktober 2012

Body Hacking Part III: Angriff

Ende Mai habe ich meinen Angriffsplan zusammen.

Zuerst lege ich ein Log an und zeichne meine Masse möglichst genau auf. Von Aldi gabs schon vor längerer Zeit eine Körperfettwaage mit  100g Genauigkeit - die kommt auf den Badezimmerboden und wird abgestaubt. Neue Batterien können nicht schaden.
45 5 * * * wiegen > /var/log/masse
Also jeden morgen direkt nach dem Aufstehen auf die Waage. Die Körperfett-Funktion der Waage ignoriere ich großzügig - die wirft sowieso nur zufällige Werte aus.

Ich kapere den Input Stream meines Körpers. Zuerst leite ich erst mal den Input komplett nach /dev/null - deshalb nennt man das ja auch eine Null-Diät. Nur für eine Woche, um zu verhindern, dass der Körper als Reaktion darauf in den Hungerstoffwechsel wechselt. Dazu gibt's massenweise Wasser und einmal am Tag ein bisschen Gemüsebrühe oder einen leckeren Orangensaft.

Ich hab' schon mal gefastet, also weiß ich, dass man da eigentlich kaum Hunger bekommt. Das Ganze hat den Grund, dass ich um die Entzugerscheinungen herumkommen will - Heißhungerattacken sind heimtückisch und außer Fressen weiß ich kein sinnvolles Gegenmittel. Sozusagen ein Einstimmen des Körper auf eine große Änderung.

Die erste Woche brachte mir schon mal ein BMI-Minus von 2 ein - als Anfang nicht schlecht. Fasten alleine taugt nichts zur Gewichtsreduktion, nach einer Woche ist vor allem mein Darm komplett leer und will erst mal so nach und nach mit 1-2kg Masse gefüllt werden. Das macht nichts und ist so zu erwarten.

Hier beginnt die zweite Phase des Angriffs: Kontrolle des Input Streams. Nachdem ich noch nie das Frühstück unbedingt gebraucht habe und eine Hungerattacke vor 12:00 Uhr bisher eigentlich noch nie vorgekommen ist, gibt's erst mal bis 12:00 Uhr nix. Nada. Niente. Rieng. Gor nix.

Mittagessen wird auf eine kleine Portion reduziert. Nach dem Nulldiät-Warnschuß ist mein Körper geneigt, darauf mit milder Sättigung zu reagieren. Danach gilt es, den Insulinspiegel möglichst schnell wieder runterzubringen, damit die Lipolyse weiter eine Chance hat. Das heißt: direkt nach dem Essen darf gern noch was winziges zum Naschen geben, danach ist striktes Eßverbot bis zum Abendessen.

Das Abendessen sollte jetzt wieder so spät stattfinden, dass auch eine kleine Portion reicht bis zum Schlafengehen. Dabei ist mir eigentlich total egal, was es zu Essen gibt, mal abgesehen von meinen Chips, Drops und Bonbons habe ich schon lange eine gut ausgewogene Ernährung - ich konnte dort keinen Platz für Optimierungen entdecken. Hauptsache wenig.

02 Oktober 2012

Body Hacking Part II: Angriffsvektoren

Mein Körper ist eine Blackbox. Ich habe keinen root-Account, meine Rechte sind extrem beschränkt. Aufschrauben kann ich ihn nicht. Selbst bei dem, was ich mit meinem Körper tun kann habe ich Grenzen - ich möchte ja nichts kaputt machen, das ist mein einziger Körper. Auf was genau hab ich denn eigentlich Zugriff und wie viel?

Input

Target System
Ich kann auf jeden Fall die aufgenommene Nahrung von Zusammensetzung, Menge und Timing kontrollieren. Die Grenzen scheinen Hunger und Völlegefühl zu sein. Mein Körper hat sich mit Heißhungerattacken, Zittern und Schweißausbrüchen eine weitere Grenze einfallen lassen - das sind klassische Entzugssymptome. Innerhalb dieser Grenzen habe ich recht großen Gestaltungsspielraum.

Es haben sich bereits unzählige Diäten etabliert, das geht von der Lichtnahrung über das Heilfasten bis zu Frissdichvollundseivergnügt-Diät. Allen gemein ist der gefürchtete Jojo-Effekt. Sobald man die Diät beendet, verfällt man in alte Angewohnheiten und füllt alles wieder auf, was man zuvor verloren hat. Plus einer gewissen Überkompensation.

Steuerung

Prinzipiell kann ich alles mögliche tun, um meinen Leistungsumsatz in die Höhe zu treiben. Sport fällt einem da spontan ein. Begrenzende Faktoren wären da kurzfristig Atemnot und Erschöpfung, langfristig Muskelkater und Verletzungen. Ansonsten ist sich die Fachwelt einig, dass Bewegung nicht schadet.

Nachdem die Skelettmuskulatur im Durchschnitt mit 26% am Grundumsatz beteiligt ist, kann man wahrscheinlich auch den Grundumsatz erhöhen, indem man die Muskulatur trainiert. Schaden wird auch das eher nicht.

Hardware

Prinzipiell habe ich vollen Zugriff auf meinen Körper. Radikale Methoden wie Selbstmord (dauerhafte Gewichtsreduktion) möchte ich mal ausschließen. Es haben sich aber mehrere Methoden etabliert, die anscheinend funktionieren, z.B. Fettabsaugung und Magenverkleinerungen. So verzweifelt bin ich nicht, außerdem müsste ich das als Hacker selber machen.

Mir bleibt dann eigentlich nur noch, verschiedene Parameter am Körper zu beobachten, da kommen in Frage
  • Masse (Gewicht)
  • Körpergröße (sollte konstant bleiben)
  • Bauchumfang
  • Fettschicht
  • Wassergehalt
Die Anschaffung einer Waage und eine Maßbandes ist erst mal sinnvoll. Körperfettwaagen versuchen über den elektrischen Widerstand der Haut den Körperfett- und Wasseranteil zu bestimmen, das erscheint mir aber zu sehr Voodoo.

Output

Naja, da ist die Kontrolle auch nicht so toll. Was raus will muss raus. Aber halt! Da gibt's noch was. Allgemein beliebt ist das Schwitzen. In der Sauna kann man viel Gewicht verlieren und gesund scheint es auch zu sein.

Da beim Schwitzen aber nur Wasser abgegeben wird und das auch noch so schnell wie möglich wieder nachgeschüttet werden sollte, ist mit Schwitzen allein wohl nicht viel zu erreichen.

Sonst: ich wollte schon immer mal ein Klo mit eingebauter Waage.

Fazit

Was will ich eigentlich? Ich will Gewicht verlieren. Muskelmasse und Wasser scheinen sich wenig zu eignen, Knochen scheiden völlig aus, also bleibt eigentlich nur noch das Körperfett. Das ist zwar offensichtlich, ich wollte es aber doch erwähnt haben. Invasive Methoden (Magenband, Magenverkleinerung, Fettabsaugung, Amputation von Gliedmaßen) sind mir zu radikal und zu teuer. Auf diese Methoden werde ich erst zurückgreifen, wenn alles andere nicht klappt.

Als Angriffsvektoren verbleiben mir:
  • Manipulation des Inputs
  • Manipulation des Leistungsumsatzes
  • Logging von Messwerten
Ist doch schon mal eine ganze Menge, oder?

01 Oktober 2012

Body Hacking Part I: Informationsbeschaffung

Abnehmen und Gewicht halten. Wie geht das? Ich bin ein Hacker. Ich mache es wie ein Hacker.

Wikipedia weiß eine Menge.
Ein Besuch beim Arzt kann nicht schaden:
  • Ich bin so weit gesund
  • Der Plan mit dem Abnehmen wird von ärztlicher Seite sehr begrüßt
  • Der Doc meint, dass Essen zu einem hohen Insulinspiegel führt, bei hohem Insulin kein Fett abgebaut werden kann. Also empfiehlt er möglichst hohe Abstände zwischen den Mahlzeiten
  • Beim Abbau von Fett entsteht Harnsäure, die ist aber nicht gesund. Man soll sehr viel trinken, um die Harnsäurekonzentration im Blut so niedrig wie möglich zu halten.
  • Der Grundumsatz muss gedeckt werden, um nicht in den Hungerstoffwechsel zu kommen.
Wie sieht es gerade bei mir aus (ok, ich nehme mal die Werte vom Anfang):
  • BMI: 34,7
  • WHtR: 0,65
  • Grundumsatz: 2.583,75kcal/d nach Mifflin-St.Jeor-Formel
  • 3 Mahlzeiten am Tag, dazwischen massenweise Bonbons oder Gummibärchen. Abends auch mal eine Tüte Chips oder Nüsse (zusätzlich)
  • Regelmäßge Heißhungeranfälle mit Schweißausbrüchen und Zittern
  • Bewegung: unregelmäßig Nordic Walking, Stahl Fatal Training
Wampe guckt raus
Hier guckt die Wampe raus
Fazit: Aua.

Als nächstes bestimmen wir die Angriffsvektoren.

30 September 2012

Abnehmen

Abnehmen kann doch nicht so schwer sein. Naja. ist es auch nicht. Fasten, FDH, Kur, Brigitte-Diät, egal. Man nimmt ab. Das Problem ist das wieder zunehmen.

Bei mir ist das Essen eine Sucht. Wie das Rauchen. Irgendwann hab' ich bemerkt, dass ich sogar ähnliche Argumente verwende wie für das Rauchen:
  • Es schmeckt mir
  • Ich esse doch gar nicht so viel
  • Hauptsache, ich fühle mich wohl mit meinem Gewicht
Zwischen den beiden Bildern liegen ca. 20kg
Ist schon erstaunlich, wie sehr man sich belügen kann - und es auch noch glaubt. Tatsächlich habe ich es mit meiner Einstellung auf fast 120kg gebracht und habe mich gar nicht gut gefühlt.
  • Ich fand meinen Bauchspeck eklig
  • Im Bild links sieht man mich auf dem Weg von Köfels zur Hauerseehütte. Ich hab' es fast nicht geschafft
  • Ich hatte deutlichen Reflux, da meine Innereien an meinem Magen gezerrt haben. Ich nehme seit Jahren Omeprazol und trotzdem war meine Speiseröhre so angegriffen, dass ich Whisky nur noch unter Schmerzen trinken konnte
Das Erlebnis 2011 mit dem Hauersee war ein echtes Warnsignal und hat mir sehr zu schaffen gemacht. Meine erste Überlegung war: ich bin inzwischen nur noch am Schreibtisch, ich brauche mehr Bewegung. Aldi hatte gerade Nordic Walking im Angebot, ich hab' mir Sticks gegriffen und losgelegt. Paradoxerweise fand ich die Aussicht, dabei auch etwas abzunehmen erfeulich (wo ich mich doch so wohl fühle mit meinem Gewicht).

Abgenommen habe ich natürlich null Komma nix - ich habe zugenommen. Nordic Walking ist appetitanregend.

Mehr im nächsten Post.

06 März 2011

Guttenwatch


Mit großem Misstrauen habe auch ich auf die Facebook-Gruppe Wir wollen Guttenberg zurück gesehen und fand dann auch, dass verdächtig viele - sagen wir mal freundlich - Unbedarfte herumrennen. Aufgefallen ist mir dann auch auf der Seite medienstratege.de der Beitrag Neue Indizien auf gefälschte Guttenberg-Fans:
Noch unglaubwürdiger wird die Geschichte, wenn man den Zustrom an Fans betrachtet. Der Derivatehändler Kristjan Schmidt, geübt in langen Zahlenreihen, beobachtete aus Interesse die Fan-Entwicklung. Und stolperte über ein interessantes Phänomen – über einen nahezu konstanten Strom von tagsüber 150 bis 180 neuen Fans pro Minute. Keine Ausschläge nach oben, keine Ausschläge nach unten. Das ist mehr als ungewöhnlich, denn im Web sind die Nutzerzahlen extrem mit der Tageszeit verbunden.

Auch nachts stoppte der Strom nicht. Insgesamt sank die Zahl zwar und pendelte sich bei 40 neuen Freunden pro Minute ein. Allerdings wieder ohne Schwankungen. Benötigen die Fans von Herrn Guttenberg keinen Schlaf? Oder hat er viele Freunde im anderen Teil der Welt …
Das wollte ich dann doch genauer wissen. Zuerst greift man da zum Suisse Army Knife, nachdem man sich die Facebook-Seite genauer angesehen hat und eine Regular Expression für die Anzahl der Likes für die Seite gefunden hat (bin/guttenwatch.pl):


#!/usr/bin/perl -w

require LWP::UserAgent;
use POSIX qw(strftime);

my $ua = LWP::UserAgent->new(agent=>'Mozilla/5.0');
$ua->timeout(10);
$ua->env_proxy;

my $response = $ua->get('http://www.facebook.com/pages/Wir-wollen-Guttenberg-zur%C3%BCck/136786223053705');

if ($response->is_success) {
foreach ($response->decoded_content) {
if (/class=\\"uiNumberGiant fsxxl fwb\\">(\d{1,3}(?:\.\d{3})*)\\u003c\\\/span>\\u003c\\\/div> Personen gef\\u00e4llt/) {
my $num=$1;
$num =~ s/\.//;
print strftime("%Y-%m-%d %H:%M:%S", localtime) ."\t$num\n";
}
}
}
else {
die $response->status_line;
}


Schon mal nicht schlecht, das Script findet immerhin die Anzahl der Likes auf der Seite. Das sollte es jetzt aber regelmäßig tun, und hier kommt mein Freund, der Cron-Dämon zum Einsatz, mit dem Befehl crontab -e kann man eine Benutzercrontab anlegen (oder editieren):
*/5 * * * * bin/guttenwatch.pl >> .guttenwatch

Ab sofort legt das Script alle 5 Minuten die Besucherzahl ab.

Um das ganze zu visualisieren, ist gnuplot das richtige Werkzeug - leider kann das nun keine erste Ableitung, also brauche ich noch was, um die neuen Benutzer pro Minute auszurechnen, da ist wieder perl richtig (bin/guttendiff.pl):

#!/usr/bin/perl -w
use Time::Local;
$last=0;
$lastt=0;
while (<>) {
chomp;
if (/^(\d{4})-(\d{2})-(\d{2}) (\d{2}):(\d{2}):(\d{2})\t(\d{4,})$/) {
my $time=timelocal($6, $5, $4, $3, $2-1, $1-1900);
if ($last) {
printf "%s\t%0.1f\n", $_, ($7 - $last)*60/($time-$lastt);
}
$lastt=$time;
$last=$7
}
}


Jetzt noch kurz durch die kryptische Syntax von gnuplot kämpfen (guttenplot.gp):

set terminal png size 1200, 800
set output "guttenplot.png"
set multiplot layout 1,2 title"Neue Benutzer in 'Wir wollen Guttenberg zurück'"

set title "Benutzer absolut"
set xdata time
set timefmt "%Y-%m-%d %H:%M:%S"
set style line 1 lt 1
set xdata time
set xtics border format "%d.%m. %H:%m" rotate
plot 'guttennumbers' using 1:3 title "Benutzer" with lines

set title "Neue Benutzer pro Minute"
set xdata time
set timefmt "%Y-%m-%d %H:%M:%S"
set style line 1 lt 1
set yrange [0:]
set xdata time
set xtics border format "%d.%m. %H:%m" rotate
plot 'guttennumbers' using 1:4 title "Neue Benutzer/min" with lines
unset multiplot


So, und nun hab' ich alle Werkzeuge für bunte Bildchen: Nach dem Aufruf von
guttendiff .guttennumbers > guttennumbers; gnuplot guttenplot.gp
habe ich eine hüschbe neue Grafik, die mir zeigt, dass inzwischen alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Viel Arbeit für gar nix.

16 Oktober 2010

Autorun

Bei neuen Bildern fürs Glasperlenspiel ist mir aufgefallen, dass meine Photo-CDs noch eine gewisse Interaktion vom normalen Windows-Benutzer erwarten - man muss die index.html mit einem Doppelklick treffen.

Unter Windoze gibt es aber die autorun-Funktion, das kann so schwer ja nicht sein. Also mal nachlesen: erste sinnvolle Quelle ist SelfHTML - dort ist der Artikel http://aktuell.de.selfhtml.org/artikel/programmiertechnik/autorun/index.htm zu finden. Dort ist von ShelExec.exe die Rede, was man bei http://www.naughter.com/shelexec.html finden kann.

Man kann mit der autorun.inf ja sogar ein Icon angeben, was ich mir mit png2ico aus aus den emblem-photos.png von gnome zusammenschraube. Das Ganze wird jetzt nur noch mit der Datei autorun.inf zusammengehalten:
[autorun]
icon = .\autorun\photos.ico
open = .\autorun\shelexec .\index.html
shell\verb\command = .\autorun\shelexec .\index.html
shell\verb = Bilder (cc) Klaus Muth

autorun.inf versenke ich im Hauptverzeichnis der CD, photos.ico und shelexec.exe in dem neuen Unterverzeichnis autorun und danach wird eine neue ISO-Datei erstellt. Ein Test in meinem virtuellen Windows-Rechner zeigt: jetzt kann auch jeder Windows-User meine Poto-CD ansehen.

War doch gar nicht so schwer!

31 Juli 2010

Odysseus modern - Flugreisen mit der AUA

Ist doch schön, wenn man nach 3 Tagen auf Geschäftsreise wieder heim darf - ein Kollege hat mich auf den Flughafen Wien gebracht, kurz vor knapp. Am Checkin kommt dann Freude auf - mein Checkincode wird mit dem Kommentar "Cancelled" abgelehnt. Ein kurzer prüfender Blick auf die Abflugstafel: OS187, 17:20 nach Stuttgart - Cancelled.

Hmmm. Da steht schon so ein Typ mit Austrian Air Jankerl rum, der weiß, dass ich gegenüber an den Ticketschalter darf. Macht nix, 4 Schalter, kurze Schlange - kein Problem. 30 Minuten später weiß ich, wo das Problem liegt: für die Umbuchung brauchen die Damen eine Weile, die Schlange bewegt sich nicht. Gut dass ich auch im Stehen lesen kann...

Als ich dran komme, sind die deutlich früher eingecheckten anderen 60 Passagiere in der Schlange, teilweise lautstark maulend und fluchend. Fliegen macht halt Spass.

Nur 40 Minuten später halte ich Tickets und Buchungen von Wien nach Frankfurt und von Frankfurt nach Stuttgart in Händen plus einer Entschädigung von 250€, die mir freiwillig angedreht wurde. Auch gut, aber ich wär' lieber daheim. Der Flug nach Frankfurt startet 18:30, Checkin 17:50. Pünktlich am Checkin, nach dem typischen Flughafenstriptease setze ich mich in den angenehm abgedunkelten Wartebereich - moment: das ist kein Rauchglas - draußen ist schlichtweg Weltuntergansstimmung. Starkregen und schweres Gewitter.

Irgenwie sind wir dann auch am falschen Gate, die bisher Wartenden werden 2 Gates weitergereicht, Ringelpietz ohne Anfassen. Das Wetter draußen lässt nichts Gutes ahnen und natürlich zeigt nur die Anzeigentafel Verspätung - unser Flieger darf wegen dem Sauwetter Runden drehen - neuer Abflug jetzt 18:50.

Ich bin ja vorsichtig, also mal nach dem Anschluss fragen - die werden schon warten, es seien 4 Personen an Bord, die diesen Anschluss brauchen. Ach? Wo sind die anderen 60 aus der ausgefallenen Fokker 70? Die hatten wohl noch schlechtere Verbindungen.

Tatsächlich wird's dann 19:05 für LH3537, innerlich hab' ich mich von der LH1358 verabschiedet. Mal sehen: Abflug 20:50, Checkin ab 20:10.

In Frankfurt landen wir denn auch 20:30 - am anderen Ende des Flughafens, der Bus von Flieger zum Terminal ist dann fast so lange unterwegs wie der Flieger selber. Am Gate A3 bin ich dann auch gerade recht, um zu erfahren, dass mein Anschlussflug gerade ohne Zwischenfall - und ohne mich - gestartet ist. Macht nix, Umbuchung ist gleich um die Ecke bei Gate A22. Nur schade, dass es sich bei der Ecke um einen gefühlten Kilometer handelt.

Am Umbuchungsschalter wird mir zwar ob meiner milden Verärgerung viel Verständnis entgegengebracht - schneller als 21:20 am Gate A19 (gefühlte 2km wieder zurück) geht's aber nicht.

Immerhin - der Nachtflieger ist jetzt total leer - fast freie Sitzplatzwahl - hautpsächlich scheinen da miesgelaunte Gestalten zu sitzen, die ich schon in der Warteschlange in Wien gesehen habe. Und trotz einiger Schreckenszenarien, die mir durch den Kopf gehen (Bombendrohung, Flugzeugentführung nach Mogadishu, Kaffee an Bord alle) landen wir um 23:00 tatsächlich bei Scheisswetter in Stuttgart. Gut, dass mein Motorrad noch da steht - um 24:00 bin ich dann tatsächlich schon daheim.

12 Dezember 2009

Mr. Boom Boom Boom

Ich hab's getan! Seit über einem Jahr knurpsle ich daran herum, ein neues Instrument zu erlernen. Nach relativ kurzer Zeit war mir klar, dass es Bass werden soll.

Dann hat mich lange die Tatsache aufgehalten, dass ich vielleicht erstmal mit einem Kontrabass anfangen sollte - da ist es jetzt nicht einfach, Unterricht dafür zu finden! Also hab' ich mich umentschieden und gleich mit dem E-Bass angefangen, dafür gibt es auch in Asperg einen kompetenten Lehrer und ich muss nicht so ein Riesenmonster bis nach Ludwigsburg schleppen für den Unterricht.

Untergekommen bin ich dann bei Roger Scheerer, der auch frisurentechnisch perfekt zu mir passt. Mal sehen, momentan habe ich alle zwei Wochen Unterricht - mehr ist nicht drin für jemanden, der schon ein paar Instrumente spielt und auch gelegentlich arbeiten gehen sollte.

Zur Zeit ist die Lernkurve ja auch noch astronomisch steil, ein Grund, wieso ich auch mal wieder was neues machen wollte...

17 September 2009

Qual der Wahl

Ich bin Terrorist: www.dubistterrorist.de.
Und meine Freiheit muss ich auch retten: www.rettedeinefreiheit.de.
Wenn die großen Parteien nicht langsam mal reagieren, werden sie massenhaft Wahlvolk verlieren.

Mal davon abgesehen - bei Schlag den Raab wird gerade im Studio immer die Sonntagsfrage gestellt. Ich bin geradezu entsetzt von der Rechtslastigkeit des Publikums. Denen kann man vorregieren, was man will, die wählen immer noch CDU.Was für ein Volk.

Schleichender Plattfuß

Vorgestern haben mich doch glatt die Grünen (naja, inzwischen war einer stark blaustichig) auf Motorrad angehalten. Beim Abfahren auf der Bergheimer Steige war denen aufgefallen, dass mein Motorrad auf der Hinterachse stark eiert, ein Umstand, der mir auch schon aufgefallen war. Ich hatte das auf die feuchte Straße geschoben tatsächlich lag es an dem Druck von 0,8 Bar im Hinterreifen - ein nahetzu lebensbedrohlicher Zustand. Immerhin ist unten an der Steige eine Tanke, dort habe ich mal wieder Luft reingelassen - aber auch den Nagel im Reifen gefunden. Zwar eher ein Nägelchen, aber nicht gut.

Gestern habe ich dann ein Reparatursatz bei Louise besorgt und wollte mich ans Werk machen. Aber ich hatte die Geistesgegenwart erst nachzusehen, wie gut denn meine Luftpumpe aufs Ventil passt - gar nicht. Also zum nächsten A.T.Z - die hatten keine gewinkelte Ventilverlängerung. Weiter zu A.T.U. Auch nicht. Zum Kawa-Lorenz. Wieder nix. Kein Bock mehr gehabt. Der Reifen verliert ja nur so ein halbes Bar pro Tag.

Heute war ich dann halt wieder bei Louise. Die hatten natürlich eine Ventilverlängerung. Also Nagel raus - pfft - Loch ausreiben, Wurst rein - geht nicht. War ein Höllengewürge, und erst bei meinem ganz sicher letzten Versuch - ich hatte mir schon vorgenommen, morgen mit der S-Bahn zu fahren - wollte das Teil dann entlich rein. Merke: Bei Reifenflickzeug die Wurst gut einschmoddern, damit es auch flutscht!